Aktuell

Jahreshauptversammlung mit JTB am 27.09.2020 in Kelheim 

 

Durch den Ausfall der ursprünglich im März geplanten JHV, Corona lässt schön grüßen, war unsere Gruppenversammlung am 27.9. eine Kombination von JHV, Herbstversammlung und JTB.  

Alwin Westermayer begrüßte 13 Mitglieder und zwei Gäste. 

Eine umfangreiche Tagesordnung mit 15 Punkten war zu bewältigen.

Vorher mussten wir bei einem Totengedenken von unseren Zfr. Ludwig Erndl und Josef Kühner Abschied nehmen. Den beiden Zfr. zu Ehren wird unsere Gruppenschau 2021 als Josef Kühner Gedächtnisschau und unsere Gruppenschau 2022 als Ludwig Erndl Gedächtnisschau durchgeführt. 

Nach Abarbeiten der Tagesordnungspunkte 3 bis 7 wurde unter Punkt 8 unser Zfr. Werner Bachmann für 30 Jahre Mitgliedschaft in der Gruppe mit einer Urkunde geehrt. Danach Ehrung der Vereinsmeister 2019 und Vergabe der Mondainbänder. 

Vereinsmeister wurden:

1. Josef Kühner (posthum), 2. Anton Höckmeier,

3. Siegfried Druschke. 

Die Mondainbänder errangen

Anton Höckmeier, Siegfried Druschke u. Alwin Westermayer 

Unter den Punkten 10 bis 14 ging es um Termine: 

  • JHV (28.3.) und Herbstversammlung (26.9.) 2021 in Kelheim 
  • SS der Gruppe Bayern 2023 in Kelheim am 16. und 17.12. 
  • SS der Gruppe Bayern 2020 in Untermaxfeld am 12. und 13.12., die Meldepapiere wurden ausgeteilt – Meldeschluss 9.11., Standgeld 5,50 €, Kostenbeitrag 8 €, Katalog 4 €. 

Während die Zuchtfreunde die Tagesordnungspunkte besprachen bewerteten die Sonderrichter Gustl Heftberger und Michael Friedrich die 33 mitgebrachten Jungtiere. 

Nach dem Mittagessen besprach die beiden SR die von Ihnen bewerteten Mondain. Gustl Heftberger besprach die Schwarzen, Gelben und Blaubindigen. Michael Friedrich danach die Rotfahlen, Rotfahlgehämmerten, Gelbfahlen, Blauschimmel und Rotfahlschimmel.  

Jedes Tier wurde eingehend besprochen, Vorzüge und Verbesserungswünsche heraus-gestellt und den Zfr. nützliche Tipps gegeben. 

Die beiden SR hatten 3 Tiere besonders herausgestellt, welche bei der Preisvergabe mit sehr schönen Porzellantellern belohnt wurden.

Beste Mondain war eine Blaubindige von Anton Höckmeier

2. Beste eine Blauschimmel, ebenfalls von Anton Höckmeier

3. Beste eine Schwarze von Johann Spielmann. 

Um 12.45 Uhr beendete Alwin Westermayer die Versammlung, dankte den beiden SR und den Züchtern und wünschte eine gute Heimfahrt, sowie eine gute Ausstellungssaison. 

 

Bernd Kuhns, 1. Schriftführer                                       

 

Bericht von unserer Sommertagung vom 28. bis 30. August 2020

Unsere Sommertagung mit JHV und JTB fand von Freitag, den 28. 08. bis Sonntag, den 30.08. im Hotel Jägerklause in Schmalkalden statt. Wir konnten 21 Teilnehmer und viele mitgereiste Ehepartnerinnen willkommen heißen.

Bei bestem Wetter reisten die Teilnehmer schon am Freitag an, 6 Zfr. mit ihren Partnern waren sogar schon am Donnerstag angereist. Bei milden Temperaturen war der Biergarten gleich in unserer Hand, Tische wurden zusammengerückt und an dieser großen Tafel saß man bis spät abends zusammen. Um 19 Uhr überraschten uns die Hotelinhaber mit einem reichlichen Buffet und Grillspezialitäten. Die 9 anwesenden Mitglieder der Vorstandschaft nutzen das angenehme Wetter um ihre Vorstandssitzung ebenfalls im Biergarten abzuhalten.

Die feiererprobten Mondainer leerten noch so manches Glas und die Runde Verdauungsschnaps auf Kosten des Hauses wurde gerne angenommen. Etwas früher als sonst ging es dann doch mal auf die sehr ansprechenden Zimmer, war doch für Samstag ein umfangreiches Programm geplant.

Am Samstag, gleich nach dem Frühstück, ging es um 8.30 Uhr zur Besichtigung der Firma Stengel, welche u.a. auch für Deutschland die Bundesringe herstellt. Der Firmeninhaber persönlich führte uns durch die Fabrik und wir konnten die Herstellung der Bundesringe live miterleben.

    

Gegen 10 Uhr waren wir wieder zurück im Hotel und es ging direkt weiter mit unserer JTB.

In einer Räumlichkeit des Hotels warteten unsere mitgebrachten Mondain auf ihre Begutachtung durch unsere Sonderrichter Benz und Heftberger. Dem früher Zeitpunkt der Sota geschuldet waren nur 17 Tiere mitgebracht wurden. SR Benz besprach ausführlich die blaubindigen, blaugehämmerten und rotfahlen. SR Heftberger dann die weißen, gelben und schwarzen. Nach einer intensiven Besprechung das SR untereinander gaben Diese folgendes Ergebnis bekannt: bestes Tier wurde eine weiße von Zfr. Klaus Opitz, gefolgt von einer schwarzen von Heiko Laaß und einer blaubindigen von Mani Fatke. Klaus erhielt einen Pokal, gestiftet von unserem EM Hermann Röth.

Jetzt aber schnell zum Mittagessen. Um 13.30 wartete schon er nächste Programmpunkt. Die Besichtigung des Geflügelmuseums von Günter Schneider in Viernau. Beeindruckend was der Mann in 25 Jahren gesammelt hat. Zigtausend Objekte rund um die Geflügelzucht. 11 Zimmer voll mit teilweise seltensten Exponaten bis zurück in die Zeit um 1890. Leider war die Zeit viel zu kurz um wirklich alles zu bestaunen da ja um 15.30 die JHV stattfinden soll.

Heiko Laaß konnte 21 wahlberechtigte Mitglieder begrüßen.

Nach einem kurzem Totengedenken für unsere verstorbenen Mitglieder Ludwig Erndl und Josef Kühner wurden die Tagesordnungs-punkte zügig abgearbeitet. 1. Kassierer Bernd Kuhns musste leider einen negativen Kassenstand vermelden. Zuchtwart Dietmar Benz berichtete von den Schauergebnissen bei der HSS und verwies auch auf die schon im Mondain-Journal veröffentlichen Berichte unserer SR auf den anderen Schauen. Alwin Westermayer ging eingangs seines Berichtes nochmal auf unsere beiden verstorbenen Mitglieder Ludwig Erndl und Josef Kühner ein, welche ja beide auch Mitglieder in der Gruppe Bayern waren. Zum Abschluss gab Heiko Laaß einen umfassenden Bericht über das abgelaufene Jahr und lobte die vielen erfolgreichen Ausstellungsergebnisse. Stellvertretend nannte er Alwin Westermayer, der Deutscher Meister in Leipzig wurde und Dietmar Benz, der französischer Champion in Limoges wurde.

Im Anschluss an seinem Bericht ehrte Heiko Laaß die Mitglieder Rainer Redel, Jörg Meißner, Michael Friedrich und Andreas Lang mit der silbernen Ehrennadel, sowie Ib Nielsen mit der goldenen Ehrennadel.

Sehr enttäuscht zeigten sich alle Anwesenden über die geringe Präsenz der mitbetreuten Romagnolizüchter bei den Versammlungen und Ausstellungen. Es wurde beschlossen diese Züchter nochmals anzuschreiben und auf unsere HSS in Aschersleben einzuladen.

Danach wurden weitere wichtige Tagesordnungspunkte in Angriff genommen. Diese wurden einvernehmlich abgearbeitet. Bei dem Punkt „Wünsche, Anträge, Verschiedenes“ musste der Antrag von 1. Kassierer Bernd Kuhns bearbeitet werden. Er stellte den Antrag den Mitglieds-beitrag um 5 € zu erhöhen. Dies sei unumgänglich nötig, da die Fixkosten in allen Bereichen in den letzten Jahren laufend gestiegen sind. Die Anwesenden stimmten darüber ab – Ergebnis 20x ja, 1 Enthaltung. Somit wird der Beitrag ab 2021 auf 20 €, bzw. 25 € beim Familienbeitrag erhöht.

 

Um 17 Uhr beendete Heiko Laaß die JHV und dankte allen Anwesenden für ihre Teilnahme und gute Mitarbeit.

 

Nach einem mit Terminen vollgepackten Samstag war es kein Wunder, dass sich jetzt alle auf den Züchterabend freuten. Es wurde ausgiebig gegessen, getrunken, gelacht und gefachsimpelt. Natürlich erhielten auch die erfolgreichen Erringer der Farbschlagbänder von der HSS in Schopfloch ihr Mondainband. Dies waren Gerhard Erndl, Dietmar Benz, Mani Fatke, Anton Höckmeier, Erich Weiershäuser und Josef Kühner posthum. An dieser Stelle sei auch den Bandspendern Mani Fatke, Heiko Laaß und Christian Winter gedankt.

Ferner wurden unsere Vereinsmeister geehrt. Dies sind: 1. VM – Dietmar Benz, 2. VM – Gerhard Erndl, 3. VM – Mani Fatke.

Zu später Stunde gingen alle, aber auch wirklich alle wohlgelaunt zu Bett.

Bevor es am Sonntag nach einem reichhaltigen Frühstück Richtung Heimat ging wurde noch schnell beschlossen, dass man doch versuchen sollte auch die Sota 2021 wieder hier abzuhalten. Heiko und Klaus werden mit dem Hotel Kontakt aufnehmen und versuchen den Wunsch der Mitglieder umzusetzen. Info folgt.

Bestens gelaunt gings dann Richtung Heimat und hoffentlich sind alle gut daheim angekommen.

Alle freuen sich auf ein Wiedersehen bei der HSS, GSS, SS und Sota 2021.

 

Sabine Kuhns, 1. Schriftführerin

 

Anmerkung des Verfasser’s: Alle namentlich genannten Mitglieder, sowie alle fotografierten Personen haben sich schriftlich damit einverstanden erklärt, dass ihr Name und ihr Foto veröffentlicht werden.

 

 

 

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Gefiederwechsel bei Tauben

Der Gefiederwechsel ist ein hormonell gesteuerter Ablauf. Er betrifft alle Vogelarten,somit auch die Tauben, und ist einer der wichtigsten Bestandteile ihres Lebens. Die Natur hat mit dem Ablauf der Mauser vorgesorgt. Die einzelnen Federn, große undkleinere, werden in gewissen Abständen und einem bestimmten Schema gewechselt,
damit die Flugfähigkeit jederzeit gewährleistet ist.
Zweifellos ist das Federkleid ein charakteristisches und wesentliches Merkmal aller Vögel. Da das Gefieder bei allen Vögel ( dazu zählen auch die Tauben ) durch den Flug einer ständigen Belastung und durch die Witterungseinflüsse einer enormen Beanspruchung ausgesetzt ist, wird von allen Wirbeltierklasse viel Zeit und Aufwand für seine Pflege aufgewendet.
Trotz der intensiven Federpflege hat die Evolution für
die Vögel den zyklisch wiederkehrenden Federwechsel, meist als Mauser
bezeichnet, entwickelt. Auch die Rassetauben haben von ihren Stammeltern, den Felsentauben, das Phänomen in ihre Gene vererbt bekommen. Die Hauptmauser beginnt im August
Für jeden Züchter ist in der Regel ab August der Start der Mauser unübersehbar, weil sowohl im Schlag als auch in der Voliere immer mehr abgeworfene Federn auf dem
Boden liegen und somit ein erhöhter Reinigungsbedarf erforderlich ist. Speziell die kleineren Federn werden beim betreten der Anlage und durch das umherfliegen der Tauben stärker durch die Luft gewirbelt. Als kleine Unterstützung für das einsammeln der Federn eignen sich Bretter oder Platten von einer Größe 60×30 cm, die man an jeder Ecke im Innen und Außenbereich aufstellt, dadurch werden die auffliegenden
Federn hinter die Ecken geweht und lagern dort ab. Es ist ein leichtes, einen Großteil der Federn so einzusammeln.
Vor allem die Züchter der Farbentauben, aber auch alle anderen, die gezeichnete Taubenrassen züchten, sind gespannt, wie sich die Farbe bzw. das Scheckungsmuster nach Mauserende verändert. Die Jungtauben zeigen nach dieser letzten Entwicklungsfase ihr tatsächliches Erscheinungsbild, dadurch kann die
Qualität der Tauben erst richtig eingestuft werden und jene, die für Zucht oder Ausstellung nicht geeignet sind, ausmerzen.
Der Federwechsel ist ein hormonell gesteuerter Vorgang im Leben jeden jungen Vogels. Alle Vogelarten haben ihre spezifische Zeit und einen eigenen Rhythmus fürdiese Geschehen entwickelt.
In den gemäßigten Breitengraden auf der
ist diese Zeit für die Tauben in der Regel der Spätsommer; sie dauert
oft bis in den Herbst hinein. Durch die Klima Änderung verschiebt sich die Mauserfolge mittlerweile weiter nach hinten, und die Zeit für die Mauser zieht sichbereits über mehrere Monate hinweg. Für eine schnellere Mauserfolge würden einige
mit Morgenfrost viel dazu beitragen. Der warme Herbst ( angenehm für die Züchter ) aber nicht für die Mauser unserer Tauben.
Bei allen Vogelarten ist es dabei sehr wichtig, dass auch in dieser Zeit die Flugfähigkeit erhalten bleibt. Wobei der Mauserverlauf bei beiden Geschlechtern identisch verläuft.
Der Ablauf der Mauser ist vor allem bei den Brieftauben gut erforscht worden. Es kann also davon ausgegangen werden, dass diese Erkenntnisse über den
Mauserverlauf auch auf die Rassetauben zutrifft. Für den Taubenzüchter ist vor allem der Verlauf des Gefiederwechsels in den Schwingen und bei den Steuerfedern von Interesse. Zum besseren Verständnis des Ablaufes der Mauser ist es hilfreich, sich über den Aufbau und die Zählweise der Arm und Handschwingen in Kenntnis zu
setzen. Wenn wir uns einen ausgebreiteten Taubenflügel vorstellen, werden die äußeren 10 Federn als Handschwingen bezeichnet ( in der Natur kommen aber bei einigen Rassen mehr und teilweise auch weniger als 10 vor ). Im Anschluss daran befinden sich 10 – 12 leicht nach innen gebogene Armschwingen, die zum Körper hin von 1-12 nummeriert werden.
Beim Start der Mauser fallen zuerst die zehnten Handschwingen auf beiden Seiten
aus. Die nächste Handschwinge fällt erst aus, wenn die zehnte bereits fast ausgewachsen ist. In weiterer Folge werden die Handschwingen von 10 – 1 erneuert.
Die Mauser der Armschwingen erfolgt erst, wenn ca. die Hälfte der Handschwingen ausgefallen ist. Der Federwechsel der Armschwingen verläuft etwas anders als bei den Handschwingen, er erfolgt von innen zur Mitte hin.
Bei Jungtauben dauert die Mauser ein halbes Jahr
Bei den erstmals mausernden Jungtauben bleiben manchmal ein bis zwei.
Armschwingen in der Mitte des Flügels stehen, ( dies ist aber bei einer frühzeitigen
Ausstellung vom Preisrichter nicht zu bemängeln). Diese sogenannten
Nestschwingen werden erst im darauffolgendem Jahr gewechselt. Der Federwechsel
auf beiden Taubenflügel verläuft annähernd parallel, wobei mitunter kleinere Unterschiede von 1-2 Tagen auftreten können.
Mit einsetzender Mauser der Armschwingen beginnt auch der Austausch der Schwanzfedern. Wenn der Standard bei den meisten Taubenrassen 12 Schwanzfedern fordert und wenn man die Federn der beiden Schwanzhälften von außen zur Schwanzmitte mit 1 bis 6 beziffert, fallen die Federn gleichzeitig auf den
beiden Schwanzhälften in einer eigenartigen Reihenfolge; 5,6,4,3,1,2 aus. Durch diesen Mauserverlauf ist durchgängig ein sicheres Flugvermögen gewährleistet.
Das Kleingefieder bei Zuchttauben wird bereits ab August gewechselt, hier ist kaum
eine genauere Mauserfolge feststellen. Der Gefiederwechsel wird meistens mit der Kopf und Halsmauser abgeschlossen. Bei Jungtauben ist bei ungestörten Verlauf die Mauser in einen halben Jahr beendet. Für einen Reibungslosen Ablauf dieser für die Tauben Energiereichen Aufwand, ist die Gesundheit der Tauben das Um und Auf.
Vitaminreiche Futter
Man kann davon ausgehen, dass sich die Gesamtfederzahl bei einer Zuchttaube zwischen 5800 und 5900 Federn bewegt. was einen Anteil von ca. 5-7%des Körpergewichts einer Taube beträgt. Diese enormen Zahlen machen erst deutlich, welch hohen Energieaufwand für den Federwechsel benötigt wird, und der Stoffwechsel auf Hochtouren läuft. Es ist daher für einen gesunden Ablauf notwendig, die Tauben in dieser Zeit mit reichlich Gaben von vitaminreichem
Grünzeug oder entsprechenden Vitamingaben zu versorgen. Es darf auf keinen Fall der Fehler gemacht werden, auf Grund des Zuchtendes die Tauben nur mehr mit Erhaltungsfutter zu versorgen. Wichtig ist vor allem die Bereitstellung mineralischer Beigaben , wie sie im Fachhandel in großer Auswahl angeboten werden, damit sich das neue Federkleid gesund und vollständig ausbilden kann.
Da die Tauben bei den meisten Züchter keinen Freiflug mehr bekommen können, sind die Züchter für die ausreichende Versorgung verantwortlich.
Tauben mit den verschiedensten Federmissbildungen haben auf einer Ausstellung nichts verloren, und noch weniger sollten solche Tauben in die Zucht eingesetzt werden. In letzter Zeit sind auf Ausstellungen zahlreich Rassen mit schlechter Federqualität anzutreffen und ziehen eine dementsprechend schlechte Bewertungsnote nach sich.
Für den Züchter ist diese Zeit des Federwechsels bei den Tauben ( meist
gezeichneten Rassen bzw. Farbenschlägen ) nicht ohne Bedeutung, da sich das Aussehen speziell bei Jungtauben täglich verändern kann und man von Überraschungen nicht gefeit ist. HG

Neues zum Rotavirus bei Tauben – 
“Auslöser der Jungtaubenkrankheit gefunden”

 

Liebe Zuchtfreunde,
bei den nachfolgenden Ausführungen handelt es sich um keine wissenschaftliche Arbeit und sie haben auch nicht den Anspruch tierärztlichen Niveaus. Sie wurden für die Mitglieder des SV Süddeutscher Farbentauben aus den Erkenntnissen, die den Brieftaubenzüchtern zugänglich gemacht wurden, zusammengestellt.
Obwohl ich die Jungtaubenkrankheit glücklicherweise bisher in meinen Schlägen nicht kenne, habe ich mir den Impfstoff über meinen Tierarzt besorgt. Die Impfung lief völlig problemlos ab, die Tauben haben keine Einschränkungen bzw. Beeinträchtigungen. Auch der Aufwand bezüglich des Schriftverkehrs finde ich sehr überschaubar.
Der VDT-Vorstand hat mich nun gebeten, diese auch auf VDT-online zur Veröffentlichung freizugeben. Diesem Wunsch komme ich gerne nach.
Herzliche Grüße
Wilhelm Bauer

Neues zum Rotavirus bei Tauben – Teil 1

“Auslöser der Jungtaubenkrankheit gefunden”
Seit ein paar Jahren hört man immer wieder vom Rotavirus bei Tauben. Wie bei allen Neuigkeiten weiß man aber zuerst nichts so richtig damit anzufangen. Nun wurden neueste Erkenntnisse dazu veröffentlicht, die für Taubenzüchter sehr interessant sein dürften.
Spätestens mit der derzeitigen Corona-Pandemie wird uns allen täglich aufs Neue klar, dass die Welt zum Dorf geworden ist. Früher für nahezu unüberwindbare gehaltene Entfernungen sind heute nur einen Katzensprung von uns weg. Das merken natürlich auch die Taubenzüchter. Eine fast unüberschaubare Anzahl an neuen Rassen bereicherten in den letzten Jahrzehnten unsere Ausstellungen. Dabei ist ein Ende dieser Entwicklung noch lange nicht abzusehen.
Doch leider kommen nicht nur bereichernde Elemente, sondern eben auch Dinge, die man lieber außen vorgehalten hätte. Dazu kann man ohne Zweifel das Rotavirus zählen. Im Jahr 2016 drangen auf einmal Nachrichten aus Australien zu uns vor, die von schweren Krankheitsausbrüchen bei Tauben berichteten, die von einem Rotavirus hervorgerufen wurden. Bis zu 50 Prozent der Tauben in den betroffenen Taubenschlägen starben innerhalb kürzester Zeit. Der Krankheitsverlauf ging sehr schnell vonstatten und die betroffenen Tauben zeigten mehr oder weniger alle dieselben Symptome: Durchfall, Erbrechen und mit Futter und Wasser gefüllte Kröpfe zeigten sie alle. Es waren also alles mehr oder weniger die gleichen Erscheinungen, wie man sie auch bei der Jungtaubenkrankheit kennt.

Gerade Jungtauben sind durch das Rotavirus A besonders gefährdet
Nun wurden zwischen deutschen und australischen Wissenschaftlern Untersuchungen angestellt und es stellte sich heraus, dass auch in europäischen Taubenbeständen Rotaviren weit verbreitet sind. So fand man zum Beispiel in Süddeutschland bei einem Züchter von Thurgauer Elmern ebenfalls Rotaviren. Die Rotaviren waren zwar nicht identisch mit denen in Australien, aber dennoch eng verwandt. Das Krankheitsbild der Tauben entspricht mehr oder weniger dem der Jungtaubenkrankheit. Dass die Forscher unbedingt Näheres dazu wissen wollten, war verständlich. Die Forschungen gingen weiter und wurde in Kooperationsarbeit des Friedrich-Löffler-Instituts und der Klinik für Geflügel der Tierärztlichen Hochschule in Hannover geleistet. Nun stehen neueste Erkenntnisse fest, die für die Taubenzüchter von großer Bedeutung sind. Stellen sie doch einige der bisherigen Vermutungen auf den Kopf.
Die Jungtaubenkrankheit tritt in Europa seit nunmehr fast 30 Jahren regelmäßig auf, wobei die Wellen immer wieder abschwächen, ehe sie wieder verstärkt auftreten. Vor allem seit 2017 sind schwere Krankheitsverläufe in sehr vielen Taubenbeständen zu beobachten gewesen. Dabei sind die Tauben alle fast mehr oder weniger gleichzeitig erkrankt, wobei der Krankheitsverlauf unterschiedlich verlaufen kann. Interessant ist allerdings, dass die meisten Tauben nach mehreren Tagen bis zur Dauer von einer Woche zumindest vom Aussehen her wieder gesund erscheinen. Da niemand so richtig wusste, was die Ursachen für die Jungtaubenkrankheit waren, wurde viel spekuliert. So vermutete man zum Beispiel, dass Infektionen mit Adenoviren, Circoviren oder auch Coli-Bakterien den Ausbruch der Jungtaubenkrankheit verursachen könnten. Selbst der Faktor Stress und weitere verschiedenste Erreger wurden angenommen. Beziehungsweise vermutete man, dass sie als so genannte verkomplizierende Faktoren die Jungtaubenkrankheit zumindest verstärken. Eine alleinige Erklärung wurde ausgeschlossen.
Dass die Kommunikation zwischen den Ländern weltweit ein Segen sein kann, wurde schnell deutlich. Australische Forscher haben nämlich das Rotavirus der dortigen Taubenbestände intensiv untersucht und dabei herausgefunden, dass die erkrankten Tauben allesamt das fast unbekannte Rotavirus vom Typ Rotavirus A (RVA) Genotyp G18P(17) in sich getragen haben. Da auch die deutschen Taubenbestände Rotaviren A eines eng verwandten Typs hatten, fasste man schnell den Entschluss, hier zusammenzuarbeiten. Selbst alte Proben aus dem Jahr 2000 wurden untersucht und auch hier konnten RVA nachgewiesen werden. Diese wurden nun genauer genetisch untersucht, wobei deutlich wurde, dass die Stämme alle sehr eng miteinander verwandt sind. Sie bilden innerhalb des RVA-Genotyps G18P(17) eine eigene Gruppe, die sich an die Taube ungeheuer gut angepasst hat. Die unterschiedlichen Linien dieses „Taubentyps“ des RVA traten meistens irgendwann und plötzlich auf. Sie waren einige Jahre nachweisbar und wurden dann von neuen Stämmen abgelöst.
Und nun wurde es besonders interessant: Die letzte große Welle neuer Tauben-RVA-Stämme trat 2017 auf. Also just zu der Zeit, als die Jungtaubenkrankheit in Europa wieder eine Hochphase hatte. Dieser Stamm war auch sehr eng mit dem australischen Stamm verwandt, der dort für das Massensterben verantwortlich war. Für den Züchter sind solche genetischen Zusammenhänge zwar interessant zu wissen, aber für die tägliche Gesundheitsvorsorge ihrer Tauben von eher untergeordneter Bedeutung. Die Ergebnisse der praktischen Untersuchung ergaben einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein des RVA und dem Auftreten der Symptome der Jungtaubenkrankheit. Oder anders ausgedrückt: Je markanter die Symptome der Jungtaubenkrankheit beobachtet wurden, desto häufiger konnte das RVA nachgewiesen werden.
Dazu wurden Jungtauben mit dem RVA infiziert und eine Kontrollgruppe nicht. In den beiden infizierten Gruppen konnte während der gesamten Versuchsdauer das Erbgut des RVA nachgewiesen werden. In der Hochphase der Erkrankung, also in den Tagen drei bis fünf, war die Virusmenge am größten. Sie fiel danach schnell ab, war aber die ganzen 21 Tage des Kontrollzeitraums nachweisbar. Bei der anschließenden Sezierung der Tauben, waren bei den infizierten Gruppen Organschäden sichtbar. So unter anderem eine geschwollene Leber und teilweise eine vergrößerte Milz.
Was sind nun die Ergebnisse dieser Untersuchungen? Sie beweisen, dass durch das RVA zuvor vollständig gesunde Jungtauben innerhalb kürzester Zeit die Symptomatik der Jungtaubenkrankheit zeigen. Das heißt, dass das Rotavirus vom Typ RVA G18P(17) der Auslöser der Jungtaubenkrankheit ist. Da keine anderen Erreger vorhanden waren – auch während der Versuchsphase nicht – also keine Adeno- oder Circoviren, ist auch geklärt, dass die Jungtaubenkrankheit keine multifaktorelle Erkrankung ist. Sie ist eine typische Infektionskrankheit.
Das schließt nicht aus, dass weitere Erreger natürlich den Verlauf der Jungtaubenkrankheit verschlimmern und sogar verkomplizieren können. Inwieweit das detailliert zutrifft, muss noch untersucht werden. Überhaupt ist der Verlauf der Jungtaubenkrankheit selbst durch die verschiedenen RVA-Stämme unterschiedlich, und zwar von leicht bis sehr schwer. Je nach Aggressivität des RVA-Stammes kann sie nämlich von sehr leicht bis zu sehr schwer ablaufen. Das erklärt auch, die unterschiedliche Ausprägung bei unterschiedlichen Zuchtbeständen. Und dass in den letzten drei Jahren die Jungtierkrankheit bei uns sehr gravierend um sich greift, lässt sich durch das Auftreten neuer RVA-Stämme in Europa leicht erklären.
Da man nun weiß, dass es sich um ein Virus handelt, ist auch klar, dass Antibiotika-Gaben nicht helfen, wenn die Jungtaubenkrankheit ausgebrochen ist. Darüber hinaus gesunden die erkrankten Tauben auch ohne irgendwelche Behandlung innerhalb weniger Tage, wenngleich es natürlich bei aggressivem Verlauf zu Todesfällen kommen kann. Bis die Tauben vollständig gesundet sind, dauert es aber eine Weile. In der Regel mehr als drei Wochen. Als Züchter muss man also genau abwägen, wann man seine Tauben zum Beispiel wieder bei einer Ausstellung präsentiert. Es kann also durchaus für die weitere Jahresplanung sinnvoll sein, wenn die Jungtaubenkrankheit recht bald auftritt. Von einigen Brieftaubenzüchtern weiß man, dass sie sich gleich nach Zuchtende treffen, um ihre Tauben durchseuchen zu lassen.
Vergleicht man nun wieder das RVA mit dem Corona-Virus, dann hat man die gleiche Problematik mit der Bekämpfung. Man braucht einen Impfstoff. Aber während man zum Beispiel heute gegen das Paramyxo-Virus einen passenden Impfstoff hat, ist das beim RVA (noch) nicht der Fall. Aber so ganz stimmt das nicht. Eine deutsche Tierarztpraxis entwickelt seit ein paar Jahren einen bestandsspezifischen Impfstoff gegen das RVA, der auch wirksam ist. Problematisch ist derzeit einzig, dass die Kosten im Vergleich zu anderen Impfstoffen einfach höher sind.
Es ist hoffentlich nur eine Frage der Zeit, bis die Forschung einen Impfstoff entwickelt hat, der in der Breite wirkt. Dann wäre auch der Kostenfaktor mit Sicherheit überschaubar. In diesem Zusammenhang müssen die Rassetaubenzüchter auf den Forscherdrang der Brieftaubenzüchter hoffen. Dort ist der potenzielle Markt einfach größer und man braucht sich nichts vorzumachen, dass auch dieses Spektrum der Wirtschaftlichkeit unterliegt.
Ein Anfang ist gemacht. Es bleibt zu hoffen, dass möglichst schnell ein passender Impfstoff gefunden wird. Dann hätte die Jungtaubenkrankheit ihren Schrecken verloren. Das wäre für sehr viele Taubenzüchter ein wirklicher Segen.

Neues zum Rotavirus bei Tauben – Teil 2
“Impfstoff gegen Rotaviren”

Wie es aussieht, gibt es innerhalb kürzester Zeit einige weiterführende Informationen zu Rotaviren bei Tauben. Dies ist deshalb für uns interessant, da sie – wie im vorstehenden Bericht beschrieben – Auslöser der Jungtaubenkrankheit sind.
War bisher nur ein Impfen mit einem bestandsspezifischen Impfstoff möglich, der zugegebenermaßen nicht ganz billig war (weiterführende Informationen: Tierärztliche Praxis am Weinberg, Weinberge 39a, 06917 Jessen/Elster, OT Schweinitz, Tel. 0 35 37/20 23 25, info@vetkomb.de, www.vetkomb.de), gibt es aus der Slowakei nun einen Kombiimpfstoff, der sowohl gegen Rotaviren als auch das Paramyxovirus wirkt. Einziger Haken an diesem Impfstoff (Colvac RP – Hersteller: Pharmagal Bio) ist, dass er zwar in Tschechien aber für Deutschland bis jetzt noch nicht zugelassen ist.
Die Brieftaubenzüchter haben es dennoch geschafft, dass er mit einer Ausnahmegenehmigung eines Tierarztes in Deutschland eingesetzt werden darf.
Auch wenn das mit einem etwas größeren Aufwand verbunden ist, ist das vielleicht für Züchter, die bisher mit der Jungtaubenkrankheit große Verluste haben hinnehmen müssen, eine Alternative.
Eine wertvolle Hilfe ist in diesem Zusammenhang die Brieftaubenklinik des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter (www.brieftaube.de).
Diese hat auch eine Übersicht über die notwendigen Anforderungen aufgestellt. Hier ist auf den ersten Blick zu erkennen, welche Aufgaben auf den Tierarzt und den Züchter zukommen. Eine genaue Dokumentation ist wichtig, um zu einem späteren Zeitpunkt eine Zulassung für Deutschland zu erreichen.

Tauben

Taubenzüchter (Name, Anschrift)

Tierarzt
Nur gesunde Tauben impfen.

Ringnummern aufschreiben, ungefähres Alter der Tauben angeben.

Muss alles genau aufschreiben, auch das Alter der geimpften Tauben.

Ab 28 Tagen ist die Impfung möglich, wir empfehlen im Alter von 6 Wochen zu impfen.

Alle auftretenden Fragen möglichst vorher stellen, selbstverständlich beantwortet der Tierarzt aber auch spätere Fragen.

Wenn Ihr Tierarzt nicht weiß, wie die Impfstoffgenehmigung abläuft, dann kann er sich gerne an die Taubenklinik wenden.

Tauben gut beobachten, jeder positive wie negative Hinweis hilft.

Bitte 7 – 10 Tage nach der Impfung den Tierarzt kurz informieren. (Berichtsvordruck in der Taubenklinik erhältlich).

Damit es zukünftig noch einfacher wird, müssen wir möglichst viel über den Impfstoff erfahren, dazu müssen Taubenhalter und Tierärzte ihre Erfahrungen weitergeben: ausgefüllten Berichtsvordruck bitte an folgende Anschrift senden:
Taubenklinik
Katernberger Str. 115
45327 Essen
Tel. 0201 – 84 83 90
Fax. 0201 – 84 83 9 68
tk@brieftaubenverband.de

Spezielle Impfung gegen die Jungtaubenkrankheit mit Rotavirusimpfstoff (Alternative zur bestandsspezifischen Impfung weiterhin möglich).

Bitte nach der Jungtaubenreise den Tierarzt informieren, jeder Hinweis hilft bei dem Versuch, den Impfstoff offiziell zuzulassen. (Berichtsvordruck in der Taubenklinik und bei www.brieftaube.de)

 

 

Vortrag Martin Gangkofner

 

Wege zu einer natürlichen Gesunderhaltung der Tauben

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